Die Familien Dillert in Deutschland

Die Verbreitung des Familiennamens Dillert

Preußen im 18. Jahrhundert

Nach einem ersten Auftreten des Familiennamens Dillert in Grünhain (Sachsen) im 16. Jahrhundert begegnet uns der Name dann erst wieder im 18. Jahrhundert in Preussen.

Träger des Namens sind nachweisbar in Kaimen, Ostpreussen.1

Das Ortsfamilienbuch Memelland verzeichnet für das Ende des 18. / Anfang des 19.Jahrhunderts einen „Wirth“ Christoph Dillert, der vor 1825 in Ridzen verstarb.2 Seine Tochter Henriette Dillert (* um 1797) und der „Köllmische Krugbesitzer“ Gottfried Saurien (* um 1779, Witwer) bestellten 1825 in Werden das Aufgebot.3

Auch in dem Kontributionskataster, das 1772/1773 auf Veranlassung durch Friedrich des Grossen nach der Eingliederung von Westpreussen und dem Netze-Distrikt in Preussen nach der 1. Polnischen Teilung angefertigt wurde, findet sich zweimal der Name Joh. Dillert.4 Der (oder die) Träger des Namens ist (sind) Landbesitzer in Freudenfier, einem Ort etwa 11 km nordöstlich von Deutsch-Krone (heute: Walcz) gelegen.5 In dem Zweiten Teil der „Topographie des Königreich Preussen“ aus dem Jahr 17896 wird Freudenfier als königliches Dorf mit einer Wassermühle und einer katholischen Kirche (Filia von Zippnow) im Netze-Distrikt erwähnt.7 Patron der Kirche, die der Inspektion des Probst von Zippnow unterstand, war der König. Dieser Ort mit 60 Feuerstellen gehörte damals verwaltungsmässig zum Landrätlichen Kreis Bromberg8, zum Justiz-Kreis Schneidemühl und zum königlichen Domainen-Amts-Bezirk Neuhoff9. Angelegt wurde Freudenfier 1590 von den Söhnen Gregor und Johann des Bürgermeisters Valentin Horn von Deutsch-Krone.10 Wie die meisten Ansiedlungen im nördlichen Gebiet des Kreises Deutsch-Krone entstand auch Freudenfier als Rodungsdorf aus wilder Wurzel.11 Der polnische Name des Ortes ist Szwecja, was Schweden bedeutet und als Hinweis auf die Herkunft der Erstansiedler aus Schwedisch-Vorpommern gedeutet wird.12 In Schwedisch-Vorpommern konnte der Name Dillert aber bislang nicht nachgewiesen werden13, wohl aber in Schweden.14, 15, 16

In Frankfurt an der Oder ist der Name im Kirchenbuch der Evangelischen Garnisionsgemeinde zu finden (Tabelle 1).

Tabelle 1. Der Familienname Dillert in Frankfurt an der Oder (Brandenburg, Preussen).

Gottfried Dillert und Johanna Friderica Richter Heirat Jan. 1771 17
Ludwig Lieske und Christane Dillert Heirat 18.10.1822 Frankfurt
Beeskow (Brandenburg)
18
19

1 Patrick Plew, Ortsfamilienbuch Kaimen 1647-1763. o.O., o.J. (www.plew.info/ofb_kaimen.htm; 15.Mai 2006)

3 Ibid.

4 Das Kontributionskataster wurde in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts ausgewertet. Diese Auswertung wurde auf Mikrofilm aufgenommen und im Staatsarchiv Marburg archiviert. Eine Liste der verzeichneten Namen und der Wohnorte wurde von R.R.Drefs erstellt und von der Odessa Digital Library veröffentlicht (www.odessa3.org/collections/land/wprussia/link/kk-c.txt, 10.10.2006).

5 Ibid. Laut www.deutsch-krone.com (1.1.2010) nennt das Kontributionskataster 1772/73 für den Ort Freudenfier jedoch nur die Witwe des Joh. Dillert.

6 Johann Friedrich Goldbeck, Volständige Topographie des Königreich Preussen. Zweiter Theil welcher die Topographie von Westpreussen enthält. [Nachdruck der Ausgabe Marienwerder: 1789 = Sonderschriften des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreussen e.V., Nr.7], Hamburg: Selbstverlag des Vereins 1969.

7 ibid., 4.Lieferung, Teil II, S. 60.

8 Zur damaligen Verwaltungseinteilung des Netze-Distrikts siehe ibid., 4.Lieferung, Teil I, S. 78ff. und zum Brombergschen Kreis insbesondere S. 82ff..

9 Siehe ibid., 4.Lieferung, Teil I, S. 118.

10 Grenzmärkische Heimatblätter 1934, 10.

11 Walter Kuhn, Geschichte der deutschen Ostsiedlung in der Neuzeit. 2 Bde. Köln, Graz: Böhlau 1955, 1957; hier. Bd. 2, S. 111.

12 Walther Maas, Zur Siedlungskunde Westpreussens 1466 - 1772 [Wissenschaftiche Beiträge zur Geschichte und Landeskunde Ost-Mitteleuropas; 32]. Marburg/ Lahn: 1958; S. 6.
Vgl. auch K. Lück, Karwenbruch an der Ostsee. Posen 1938.

13 Der Name findet sich nicht in:
• Franz Schubert, Vorpommern. II. Die Familiennamen in den Ausrechnungsbänden der schwedischen Landesaufnahme zwischen 1692 und 1705 [Quellen und Schriften zur Bevölkerungsgeschichte Norddeutschlands]. 3 Lieferungen, Göttingen: Selbstverlag 1986 - 1987.
Das Werk erfasst die Jahre 1692, 1698 und 1705.

14 Bouppteckningsregister Hallands städer 1641 - 1849 (www.halland.genealogi.se, 2002).
Das von der Hallands Genealogiska Förening erstellte Personenverzeichnis erfasst folgende Städte und Zeiträume:
Kungsbacka 1677 - 1859,
Varberg 1641 - 1844,
Falkenberg 1668 - 1838,
Halmstad 1804 - 1838,
Laholm 1641 - 1850.

15 FamilySearch International Genealogical Index. Einträge basieren vermutlich auf internen Unterlagen der Church of Jesus Christ of Latter-day Saints.

17 FamilySearch International Genealogical Index, Batch number: M 99 61 66 (Evangelische Kirche Garnisionsgemeinde Frankfurt (Oder), Kirchenbuch 1723-1945, Film/fiche number: 0 07 12 15).

18 ibid., Batch number: M 99 61 74 (Evangelische Kirche Garnisionsgemeinde Frankfurt (Oder), Kirchenbuch 1723-1945, Film/fiche number: 0 07 12 24).

19 ibid., Batch number: M 99 62 81 (Evangelische Kirche Militärgemeinde Beeskow, Kirchenbuch 1797-1944, Film/fiche number: 0 07 07 44).

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